Am Tisch mit Heinrich Heine

Andreas Lange liest aus Heines Reisebildern, Esskultur serviert deutsch-italienische Mischkost.

Wegen meines gebrochenen Italienisch hielt die Obstfrau mich im Anfang für einen Engländer; aber ich gestand ihr, daß ich nur ein Deutscher sei. Sie machte sogleich viele geographische und klimatische Fragen über Deutschland und wunderte sich, als ich ihr ebenfalls gestand, daß bei uns keine Zitronen wachsen, daß wir die wenigen Zitronen, die wir aus Italien bekommen, sehr pressen müssen, wenn wir Punsch machen, und daß wir dann aus Verzweiflung desto mehr Rum zugießen. „Ach, liebe Frau!“ sagte ich ihr, „in unserem Lande ist es sehr frostig und feucht, … so können unsere Früchte nimmermehr gedeihen, sie sehen verdrießlich und grün aus, und unter uns gesagt, das einzige reife Obst, das wir haben, sind gebratene Äpfel.“

Menü: Gebackener Ziegenkäse aus dem Harz mit Olivenpesto, Sauerkrautsuppe mit Haselnussklößchen, Spaghetti alle Räucherfisch-Carbonara, Ricottatarte mit karamellisiertem Boskop